Kolumne

Mit guten Vorsätzen ins neue Jahr

Mit guten Vorsätzen ins neue Jahr

Mit welchen Vorsätzen sind Sie ins neue Jahr gestartet? Haben Sie sich neue Sportbekleidung oder Fitnessgeräte aus den vielen Angeboten gekauft, die immer im Januar eintrudeln? Oder haben Sie an Silvester gesagt: „2019 gesünder essen, nicht mehr geraucht und …?“

Wenn wir zur Jahreswende zurückschauen, fällt uns auf, wo wir nicht achtsam mit uns umgegangen sind. Daraus leiten wir dann unsere Vorsätze für das neue Jahr ab. Gerade Menschen, die sich um andere kümmern, plegende Angehörige und Trauernde sorgen oft nicht gut für sich. Aber wer kann schon entspannt Shoppen oder in die Sauna gehen, wenn zuhause ein kranker oder alter Mensch wartet? Wer mag ein schönes Menü kochen, um dann alleine am Tisch zu sitzen? Wer freut sich auf eine Reise, wenn der Platz neben ihm leer bleibt?

Dazu kommen die guten Ratschläge der Anderen: „Du musst besser auf Dich achten! Kümmere Dich mal um Dich selbst! Geh doch mal raus!“ Ist ja alles richtig, aber wie mache ich das, wenn mich der Alltag schon an meine Grenzen bringt?

Für andere sorgen kann nur, wer selbst noch genug Kraft hat. Deshalb ist es ein guter Vorsatz, besser auf die eigenen Reserven zu achten. Viele Angebote zur Unterstützung werden ignoriert. Es gibt Menschen, die mit Aufwandspauschale oder ehrenamtlich Zeit mit dem Plegebedürftigen verbringen, damit die Betreuenden mal eine Auszeit haben, in der sie ohne schlechtes Gewissen etwas für sich tun können. Tages- oder Kurzzeitplege bieten Unterstützung, um neue Kraft zu sammeln. Es kann ein sehr guter Vorsatz sein, sich darum in diesem Jahr zu kümmern.

Wer traurig oder einsam ist, bringt oft nicht die Kraft auf, sich selbst neue Perspektiven zu suchen. Es gibt aber Gemeinschaften wie „Älter werden in Euskirchen“, „Netzwerk offene Altenarbeit“, Eifelverein oder Gruppen der Kirchengemeinden und caritativen Einrichtungen, in denen
man Anregungen und Kontakte findet.

Wichtig ist es, sich ganz konkrete Veränderungen vorzunehmen. „Ab jetzt besser auf mich achten“, ist so allgemein, dass es kaum umgesetzt wird. Schauen Sie ganz genau hin, was Sie ändern wollen und dann beginnen Sie mit der Umsetzung in kleinen Schritten. Sie werden erstaunt sein,
wie viel Sie verändern konnten, wenn Sie am nächsten Altjahresabend zurückblicken.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gelingende Umsetzung Ihrer Vorsätze für 2019
Ursula Koch-Traeger,
Vorsitzende von NEST e.V.