Hospiz

Hospiz

Hospize und Hospizdienste begleiten Menschen in ihrer letzten Lebensphase.

Jeder Mensch soll menschenwürdig leben können bis zuletzt.

Dabei helfen stationäre Hospize, in denen man die letzten Tage seines Lebens in angenehmer Atmosphäre verbringt ebenso wie ambulante Hospizdienste: Sie ermöglichen, die letzten Tage zuhause in der gewohnten Umgebung zu erleben und begleiten Sterbende und Angehörige.

Ambulante Hospizarbeit

Stationäre Hospize

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Infos: Hospiz

1. Die Hospizidee

  • Der Name Hospiz leitet sich vom lateinischen hospitum – Herberge – ab:  Herberge für sterbenskranke Menschen!
  • 95 Prozent der Bevölkerung äußern den Wunsch, zu Hause sterben zu wollen – tatsächlich sterben um die 70 Prozent in Krankenhäusern und Pflegeheimen.
  • Ziel ist: Das Leiden Sterbenskranker zu lindern, ihnen das Verbleiben in der vertrauten Umgebung zu ermöglichen und auch den Angehörigen beizustehen.

Hospizarbeit ist Sterbebegleitung durch befähigte ehrenamtliche Hospizhelfer und Hospizhelferinnen.

2. Umsetzung der Hospizidee in Gesetze

1997
Der neuen § 39 a SGB V wird Rechtsgrundlage für die Bezuschussung von Aufenthalten in stationären Hospizeinrichtungen durch die gesetzlichen Krankenkassen. Dabei verpflichteten sich die stationären Hospize zu einer 10%igen Eigenleistung in Form von Spenden und Einbindung ehrenamtlicher Hospizhelfer.

2001
Der neugeschaffene Absatz 2 des § 39 a im SGB V tritt am 1.1.2002 zur Förderung ambulanter Hospizarbeit in Kraft: Die gesetzlichen Krankenkassen haben nun die Aufgabe, ambulante Hospizarbeit zu fördern.
Sterbenskranke sollen von einem Netzwerk getragen werden können, in dem palliative Medizin und palliative Pflege von Professionellen und die psychosoziale Begleitung durch ausgebildete ehrenamtliche Hospizhelfer zusammen erfolgen.

3. Die Schwerpunkte der Hospizarbeit

  • Psychosoziale Begleitung
    Sie umfasst den emotionalen Beistand der Sterbenden und ihrer Angehörigen. Sie hilft bei der Auseinandersetzung mit dem bevorstehenden Tod. Sie unterstützt alle Betroffenen bei der Bewältigung unerledigter Probleme.
  • Spiritueller Beistand
    Er öffnet sich dem natürlichen Bedürfnis von Sterbenden, Fragen nach dem Sinn von Leben, Tod und Sterben und dem Danach zu stellen. In der Auseinandersetzung mit diesen letzten Fragen soll niemand alleine bleiben müssen.
  • Verbesserung der Lebensqualität
    Am Ende seines Lebens soll ein Mensch nicht unter unerträglichen Schmerzen leiden müssen. Ganzheitliche Leidenslinderung durch die modernen Verfahren der Palliativmedizin hat damit höchste Priorität für würdig gelebte letzte Tage. Palliative Versorgung ist daher Bestandteil einer umfassend verstandenen Hospizarbeit. Die Verbesserung der Lebensqualität erfolgt somit durch das multidisziplinäre Zusammenwirken von Pflegekräften, Ärzten, Sozialarbeitern, Theologen und Hospizhelfern.

4. Die Stütze der Hospizbewegung – das Ehrenamt

  • Das Ehrenamt bildet den Kern der gesamten Hospizarbeit. Dem Engagement von Bürgern ist es zu verdanken, dass in den 80iger Jahren die ersten Hospizinitiativen in Deutschland entstanden.
    Ohne jeden gesetzlichen Auftrag und ohne finanziellen Rückhalt suchten Menschen nach Antworten auf den Leidensdruck austherapierter Sterbenskranker, die keine Fürsprecher hatten, um ihr Recht auf Linderung einzufordern.
  • Der Bedarf an hospizlichen Angeboten ist in Deutschland aber bei weitem noch nicht gedeckt. Heute kommen auf 1 Million Einwohner in Deutschland erst 17 Palliativ- und Hospizbetten. Nach Berechnungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz (BAG) liegt der tatsächliche Bedarf im stationären Bereich bei 50 Palliativ- und Hospizbetten pro 1 Million Einwohner.