Bestattung Kolumne Trauer

Was mach’ ich nur?

Was mach’ ich nur?

Wenn Menschen mit dem Thema „Lebensende“ konfrontiert werden, reagieren viele verwirrt und hilflos. Manchmal tritt der Tod ganz unvorbereitet in unser Leben – wie bei einem Unfall oder dem plötzlichen Herztod. Oft aber haben wir die Gefahr einfach verdrängt. Wir hören die Diagnose und die Ausführungen des Arztes nicht wirklich. Wir wollen nicht wahrhaben, dass ein geliebter Mensch alt oder sehr krank ist.

Aber was tun, wenn der Tod eintritt und wir dann schnell Hilfe brauchen?

In Krisen müssen uns Menschen unterstützen. Verwandte, Freunde oder Nachbarn sind in solchen Stunden die ersten und wichtigsten Stützen. Sie können uns auffangen und mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wenn aber nicht sofort Hilfe zur Stelle sein kann, unterstützt das Kriseninterventionsteam (KID) des Deutschen Roten Kreuzes im Kreis Euskirchen. Manchmal informiert schon der Rettungsdienst das KID-Team über die Leitstelle der Feuerwehr, z.B. bei erfolgloser Reanimation, Suizid oder Unfällen.

Das Internet ist heute für viele Menschen eine vertraute Informationsquelle. Schnell findet man z.B. unter www.nest-euskirchen.de Informationen und Links aus dem Kreis Euskirchen. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich das „Netzwerk im Kreis Euskirchen für Sterbe- und Trauerbegleitung“. Hier findet man die Telefonnummern oder Mailadressen vieler Ansprechpartner von großen Organisationen wie Caritas, Diakonischem Werk oder Hospizen bis zu persönlichen Begleitern oder Trauergruppen vor Ort. Telefonisch hilft die kostenfreie Nummer 0800/9557744 bei der Vermittlung des richtigen Ansprechpartners.

Scheuen Sie sich nicht, in schwierigen Situationen um Unterstützung zu bitten. Oft dauert es eine ganze Weile, bis Menschen nach Schicksalsschlägen wieder selbst handlungsfähig sind und das Leben alleine meistern.

Früher war es ein guter Brauch, dass sich in dieser Zeit Verwandte und Nachbarn um die betroffene Familie kümmern. Ein Topf Suppe kann manchmal hilfreicher sein als alle guten Worte. Und in einer Schocksituation ist es wichtig, dass andere besonders auf die Bedürfnisse von Kindern und Tieren achten, die einfach in solchen Situationen „vergessen“ werden, weil die Kraft nicht ausreicht, noch den Alltag zu organisieren.

Ursula Koch-Traeger
(Vorsitzende NEST e.V.)