Kolumne

Unterlagen für die Angehörigen

Wo ist das bloß?

Ein Beitrag von Ursula Koch-Traeger, Vorsitzende von NEST e. V.

Dieser Stoßseufzer wurde im letzten Jahr mein Mantra.

Meine Schwiegereltern, deren einziger Sohn vor 20 Jahren starb, lehnten wie viele ältere Menschen jedes Ordnen ihrer Papiere als Einmischung ab. Aber dann kam der Tag, als Alter und Krankheit mein Eingreifen nötig machte. In Schubladen, Kartons, ja selbst im Brotkasten fanden wir teils ungeöffnete Briefe und Dokumente. Als mein Schwiegervater dann überraschend starb und die Schwiegermutter in eine Senioreneinrichtung musste, begann die Sucherei.

Dankbar erinnerte ich mich an meine Eltern, die mir dies bei ihrem plötzlichen Tod erleichtert hatten. Alles war gut sortiert in deutlich beschrifteten Ordner abgeheftet und Bankvollmachten, Testament sowie ein aktualisiertes Adressbuch vorhanden. Ich liebe keine Büroarbeit, aber mir wurde klar, wie wichtig eine Mappe für den Notfall ist. Am besten geht man in Sinnabschnitten vor.

Was braucht man bei plötzlicher Krankheit?

Hierher gehören Diagnosen, Allergien, Patientenverfügungen, Hinweise auf Organspende und Verfügungen, wer Besuchsrecht hat und informiert werden darf. Dies ist besonders bei unverheirateten Paaren und Freunden wichtig.

Was ist mit den Finanzen?

Eine aktuelle Liste aller Konten und Schließfächer, von Darlehn und Krediten vermeidet lästiges Suchen. Bankvollmachten über den Tod hinaus helfen, laufende Kosten zu bezahlen und ohne Erbschein finanzielle Belastungen durch Bestattung und Wohnungsaulösung zu regeln. Die Policen von Lebens-, Sterbeversicherungen, Einkommensnachweise und Rentenbescheide sollten
ebenfalls da sein oder der Verwahrungsort genannt sein.

Wo sind die wichtigsten Unterlagen und Adressen?

Wer keine Bestattungsvorsorge hat, sollte alle wichtigen Unterlagen wie Stammbuch, Geburts-, Heiratsurkunden und Scheidungsurteile im Original oder als beglaubigte Kopie im Ordner sammeln. Ein immer aktuell gehaltenes Adressbuch (möglichst mit Erklärungen z.B. Cousine
meiner Oma, Schulfreund usw.) hilft beim Versenden von Nachrichten.

Was passiert mit meinen Sachen?

Neben handschriftlichem oder notariellem Testament sollte eine Liste der Passwörter und
Zugangsdaten für Laptop, Computer, Smartphone, soziale Netzwerke usw. aktuell archiviert werden! Wer Grundstücke, Wohnungen oder Ferienwohnanteile besitzt, stellt am besten deren Unterlagen zusammen, um Sucherei zu ersparen. Für eventuell nötige Kündigungen braucht man die Verträge über Vermieter, Stromanbieter, Telekommunikation, Versicherungen und Vereine. Wer hier Ordnung in den Akten hat, erspart seinen Angehörigen viel Arbeit.

Weitere Infos erhalten Sie unter nest-euskirchen.de oder in den Workshop.


  • Diese Kolumne erscheint seit Anfang 2015 im Abstand von vier Wochen im Euskirchener Wochenspiegel. Wir danken der Redaktion für diese Möglichkeit, auf NEST e.V. aufmerksam zu machen.