Kolumne

Schwerkranke und sterbende Menschen begleiten lernen

Schwerkranke und sterbende Menschen begleiten lernen
– oder-
Kostbarer Unterricht

Die Hospizbewegung ist eine der größten bürgerschaftlichen Bewegungen.

Es gründeten sich Hospizdienste, um dem oft verdrängten Thema Sterben, Tod und Trauer einen angemessenen Stellenwert zu geben.

Sterbende Menschen und deren Angehörige nicht allein zu lassen und die Versorgungsstruktur zu verbessern, war das erklärte Ziel. Die ehrenamtliche Begleitung war von Anfang an ein wichtiger Stützpfeiler.

Schnell wurde klar, dass für diese ehrenamtliche Tätigkeit besondere Kenntnisse und Fähigkeiten erforderlich sind. Hospizdienste begannen, Menschen für die ehrenamtliche Mitarbeit in ambulanten Hospizdiensten, Hospizen und Palliativstationen zu qualifizieren.

Inzwischen gibt es ein Curriculum, an dem sich Hospizdienste orientieren. Die Ermutigungs-und Befähigungskurse erstrecken sich über ein Jahr und beinhalten ungefähr 120 Stunden.

Das Thema Demenz und Trauerbegleitung nimmt dabei einen entsprechenden Umfang ein.

In der Begleitung von Menschen, die schwere Zeiten durchleben, sind Aufmerksamkeit und Mitgefühl gefragt. Voraussetzung für die Teilnahme an einem Kurs ist die Bereitschaft, sich selbst weiterentwickeln zu wollen und zu können.

Die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit ist unabdingbar, um in der Begleitung Kontakt zu finden und Vertrauen zu gewinnen.

Wie bereichernd es sein kann, sich auf die Begegnungen am Lebensende einzulassen, beschreibt Hilde Domin:

Unterricht

Jeder der geht
Belehrt uns ein wenig
Über uns selber.
Kostbarer Unterricht an den Sterbebetten.
Alle Spiegel so klar
Wie ein See nach großem Regen
Ehe der dunstige Tag
Die Bilder wieder verwischt.   …..
Dein Tod oder meiner
Der nächste Unterricht.
So hell, so deutlich,
dass es gleich dunkel wird.
Quelle: Hilde Domin

Wenn Sie Interesse haben, setzen sie sich mit einem Hospizdienst in ihrer Nähe in Verbindung.

Caritasverband Euskirchen, Christel Eppelt und Monika Stoffers, 02251-126510
Diakonisches Werk Euskirchen, Sonja Conrads, 02251-929018
Caritasverband Schleiden, Barbara Berg und Ute Braun, 02445-8507216


  • Diese Kolumne erscheint seit Anfang 2015 im Abstand von vier Wochen im Euskirchener Wochenspiegel. Wir danken der Redaktion für diese Möglichkeit, auf NEST e.V. aufmerksam zu machen.