Kolumne

Jedem Stern ein Engel – Weltgedenktag für verstorbene Kinder am 10.12.2017

„Jedem Stern ein Engel“
Weltgedenktag für verstorbene Kinder am 10.12.

Der Tod eines Kindes tut weh. Eltern leiden, Geschwister leiden. „Es hatte doch sein ganzes Leben noch vor sich! Warum das Kind, warum nicht ich?“, fragen sich Mütter wie Väter.

Die Wunde bleibt.

„Das Herz schlägt nicht mehr“, sagte unser Frauenarzt. Beim letzten Mal hatten meine Frau und ich im Ultraschall das winzige schlagende Herz gesehen. Wir hatten Träume vom Leben mit diesem Kind. Wie so viele Männer habe ich das Ende damals eher nüchtern gesehen. Meine Frau hatte schon eine ganz andere Beziehung zum Leben, das da in ihr herangewachsen war. Männer und Frauen trauern unterschiedlich. Das belastet viele Paare.

Diese Not begegnet mir auch als Notfallseelsorger, wenn ich Eltern nach einem plötzlichen Tod betreue oder die Polizei begleite, die den Eltern die traurige Botschaft bringt. Eine ganze Welt bricht zusammen. Niemand will seine Kinder vergessen. Darum wird sich die Trauer verändern, aber sie kann kein Ende haben.

Orte für die Trauer

Unsere glücklose Schwangerschaft liegt jetzt 20 Jahre zurück. Inzwischen dürfen auch diese winzigen Fehlgeburten beerdigt werden. Können die Eltern dies nicht, sind die Krankenhäuser verpflichtet, eine gemeinsame Bestattung zu organisieren. In Euskirchen geschieht dies zweimal im Jahr. Es fließen Tränen, aber die Eltern haben einen Ort für ihre Trauer und für ihren Schmerz. Wir wussten damals gar nicht richtig, wohin damit.

Immer am zweiten Sonntag im Dezember, mitten in der Adventszeit und kurz vor dem Weihnachtsfest, liegt der Gedenktag für verstorbene Kinder. Abends um 19 Uhr stellen betroffene Eltern und Angehörige eine Kerze ins Fenster. So zieht eine weltweite Lichterkette um die ganze Welt. Alle, die mitmachen, wissen: „Wir sind nicht allein. Wir versuchen, unsere Leben zu meistern. Unsere Trauer gehört zu uns.“

Gedenkfeier am 10. Dezember

In Euskirchen wird dazu seit Jahren eine ökumenische Gedenkfeier von der Krankenhausseelsorge am Marien-Hospital gemeinsam mit betroffenen Familien vorbereitet. Dieses Jahr findet die Feier am 10. Dezember um 16 Uhr in der Neuapostolischen Kirche in der Unitasstr. 38 statt.

Bernd Kehren, Pfarrer
www.nest-euskirchen.de


  • Diese Kolumne erscheint seit Anfang 2015 im Abstand von vier Wochen im Euskirchener Wochenspiegel. Wir danken der Redaktion für diese Möglichkeit, auf NEST e.V. aufmerksam zu machen.