Kolumne

Friedhöfe verändern sich

Friedhöfe verändern sich

Der Friedhof in Mechernich-Roggendorf ändert seit rund zwei Jahren sein Erscheinungsbild. Ein Ausschuss der Kirchengemeinde musste durch die Veränderung des Bestattungsverhaltens ein Entwicklungskonzept entwerfen, das nun Zug um Zug umgesetzt wird. Das Ziel ist es, den Friedhof als einen Ort der Trauer zu erhalten und zugleich den veränderten gesellschaftlichen Gegebenheiten Rechnung zu tragen.

„Wir machen in der Trauerarbeit die Erfahrung, dass Abschiednehmen und Trauern mehr als eine punktuelle Angelegenheit ist. Für gelingende Trauer ist eine öffentliche Feier ebenso hilfreich wie regelmäßige Zeit für Erinnerungen und ein Raum, wo an die Verstorbenen gedacht wird. Ein Friedhof eignet sich dafür in besonderer Weise“, so der evangelische Pfarrer Stöhr, der auch in NEST e.V. vertreten ist.

Befragungen haben ergeben, dass für viele Angehörige die Grabpflege ein Problem darstellt. So werden nun auf dem Roggendorfer Friedhof Areale angeboten, wo die Pflegefläche reduziert ist oder ganz vom Träger übernommen wird.

Als besonders gelungen empfindet der Friedhofsausschuss das neu gestaltete Zentrum des Friedhofs. Dort stehen neben zwei Stiftergräber aus dem 19. Jahrhundert ein modernes Kolumbarium, das vom Mechernicher Krematorium gesponsert wurde. „Wir meinen, dass in dieser Form die klassische Kultur des Friedhofs und die Moderne gut miteinander harmonieren“, sagt Pfarrer Stöhr.

Die nächste Aufgabe wird sein, die freien Flächen in einen schönen Park zu verwandeln, wo die Seele Frieden finden kann.

Außerdem gibt es weitere Ideen, um thematische Bereiche passend zu den Grabtypen zu gestalten. So ist durch einen Künstler ein Eichenstamm in Arbeit, an dem die Namenstafeln der Verstorbenen angebracht werden. Dies passt dann zu den Urnen, die an einem Baum beigesetzt werden.

Die Neugestaltung eines Friedhofs bedarf großer Sensibilität und langfristiger  Überlegungen. Die evangelische Kirchengemeinde hofft, mit ihrem Konzept für die Zukunft richtig zu liegen und den Friedhof wirtschaftlich betreiben zu können.

Ihr
Michael Stöhr
(evangelischer Pfarrer)


  • Diese Kolumne erscheint seit Anfang 2015 im Abstand von vier Wochen im Euskirchener Wochenspiegel. Wir danken der Redaktion für diese Möglichkeit, auf NEST e.V. aufmerksam zu machen.

 

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